Unser Sprachcomputer Tobi mit Augensteuerung

Sprachcomputer Tobi mit Augensteurung

Da die non-verbale Unterhaltung sich in den Vordergrund stiehlt und ich als Muttertier auch ohne Worte meine Kinder verstehe, sind auch meine Gedanken an die Zukunft gerichtet. Auch wenn Heilerzieher und Pädagogen unsere Welt bereichern, stehen sie sich doch, was die Sprache angeht immer selbst im Wege. Ja die Zeit, die rennt immer allen davon… Um es kurz zu fassen, wurde uns vom Reha Vista Team der Sprachcomputer Tobi empfohlen und ich bekam eine Probestunde, um zu ertasten, wie man mit Augensteuerung umgehen kann und das mit Life-Vorstellung.

Herr Karing, Berater im Reha Vista Team ist hier auch ein sehr einfühlsamer Mensch, der mit viel Geduld und Ruhe den Horizont der Kinder positiv erweitert. Ich war dermaßen beeindruckt und völlig erstaunt, wie schnell der Sinn und Lerneffekt diesem Computer gewidmet wurde. Inzwischen ist er wie für uns das Handy ein fester Bestand im Alltag meiner Kinder. Der einzige Nachteil ist hier, dass es leider keine Zweitversorgung gibt und ich das schwere Gerät immer von A nach B schleppen muss.

Sprachcomputer Tobi mit Augensteurung

Wie kommt man auf die Idee, eine so tolle Kommunikation für Menschen zu entwickeln?

Der Grund ist sicher in erster Linie die Notwendigkeit, Rücksicht auf die Bedürfnisse von körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen zu nehmen und alles technisch Machbare zu unternehmen, um ihnen Unterstützung zu geben.
Die Ideen zur Erstellung dieser Geräte resultieren dann aus den individuellen Einschränkungen und den technischen Möglichkeiten, die sich immer wieder auch verändern und weiterentwickeln.

Wie nennt man diesen Berufszweig?

MedizinproduktberaterIn

Bei REHAVISTA kommen die BeraterInnen aus unterschiedlichen Berufsfeldern wie Logopädie, Ergotherapie, (Sonder-)Pädagogik usw.

Welche Erfahrung haben Sie mit den Kindern?

Jede Versorgung ist individuell und nicht zu vergleichen. Es spielen in der Versorgung, besonders mit Kommunikationsgeräten sehr viele unterschiedliche Bereiche eine Rolle, um zu einer effektiven Kommunikation zu kommen. Ob es das Elternhaus ist, die BetreuerInnen, die Schule oder die Möglichkeiten des Kindes: Jeder Bereich ist für sich wichtig – aber auch im Zusammenspiel untereinander.
Als BeraterInnen haben wir in der Regel nur gelegentlich direkten Kontakt mit dem Kind. In erster Linie bei der Beratung oder auch bei Serviceterminen oder einer Erweiterung der bestehenden Versorgung. Dort erleben wir dann auch die Entwicklungsstände der Kinder und können uns über Erfolge des Kindes freuen.

Kommunikation hat viele Gesichter, wie wichtig sind Ihnen Eltern dabei? Oder kommt Ihnen die langjährige Erfahrung hier zugute?

Die Eltern sind natürlich einer der wichtigsten Bezugspunkte des Kindes. Das Kind orientiert sich nach ihnen. Was mache ich richtig, was ist falsch, immer sind es die Eltern, die dem Kind Orientierung geben. Es ist notwendig, dass Eltern Unterstützer der Maßnahmen sind, die für das Kind getroffen werden. Daher sollte sich immer ein Team aus Kind, Eltern und BetreuerInnen bilden, die sich absprechen und möglichst an einem Strang ziehen.

Sprachcomputer Tobi mit Augensteurung

Was motiviert Sie so sehr an Ihrem Beruf?

In erster Linie sind es oft die schnellen Erfolge, die durch die Versorgung mit Hilfsmitteln erzielt werden können. Die lachenden Gesichter der Kinder und die oft ungläubigen Mienen der Eltern, die erkennen, zu was ihr Kind in der Lage ist!
Ich habe als Ergotherapeut gelernt, dass Menschen sich nur entwickeln können, wenn sie die Möglichkeit haben, eigenständig zu agieren, z.B. zu spielen, zu sprechen, zu arbeiten oder zu schreiben. Fehlen Handlungsmöglichkeiten aufgrund von Behinderung, entwickeln wir uns nicht so, wie es notwendig wäre.
Wir habe heute in vielen Bereichen Möglichkeiten, Beeinträchtigungen zu kompensieren, durch Hörgeräte, Rollstühle, Sondertastaturen oder eben Kommunikationshilfen.
Mir war und ist es immer wichtig, alle Möglichkeiten, die es gibt – ob therapeutisch durch unterschiedlichen Therapieverfahren oder technisch vielleicht über Augensteuerung – zu nutzen, um ein möglichst barrierefreies Lebensgefühl für meine PatientInnen/KundInnen zu erreichen. Die immer besseren technischen Errungenschaften motivieren mich wiederum, weiter zu machen und mehr zu erreichen!

Abschließend überlasse ich Ihnen das Wort!!! Ein paar Sätze für Eltern und Kinder.

Hier möchte ich mich eher kurz fassen.
Das Kind ist so stark betroffen, das bringt ja nichts! Diese Aussage hören wir bei REHAVISTA gelegentlich. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass dies nicht richtig ist. Die Frage ist immer, was ist mein Ziel? Setze ich mein Ziel zu hoch an, kann es nur zu Frust führen. Sind meine Ziel klein und realistisch, kann ich mich über Erfolge freuen. Nehmen Sie keine Behinderung einfach als gegeben hin, es gibt immer wieder schöne Ereignisse, die zeigen, dass sich der Einsatz lohnt.

Vielen Dank für ihre offenen Worte!

2 Kommentare

  1. Es ist wirklich phantastisch was inzwischen mit Technik möglich ist. Und plötzlich versteht man auch Menschen besser die sich vorher nur schwer bis gar nicht mitteilen konnten und man sie dadurch unterschätzte

    • Liebe Martina,
      Ja es ist wunderschön deren Horizont zu erweitern und auf ein mal wird besonders“ normal “
      Liebe Grüße

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