Hilfsmittel für Kinder und ihre Geschichte

Kinderorthesen von Reha-OT

Für uns waren die Hilfsmittel nun auch ein Thema, das in unseren Alltag mit integriert werden musste. Da ich selber in einer Hamburger Förderschule gearbeitet hatte, kannte und wusste ich, was Hilfsmittel für Kinder bedeuteten. Ich machte mich auf die Suche und fand eine sehr professionelle Firma in Lüneburg, deren Mitarbeiter ihre Arbeit sehr lieben.

Das Wichtigste für die Kinderfüße sind die Orthesen. Sie werden täglich getragen; zum Beispiel in der Kita, beim Sport und im Stehständer und mit den selbst beklebten Anna & Elsa Stickern liegen wir auch noch im Trend.

Hilfsmittel: Kinderorthesen von Reha-OT

Und das tollste überhaupt sind die dazu passenden Schuhe. Einfach angezogen und es gibt nie wieder kalte Füße. Mich erinnern diese Schuhe immer an die Schuhe von Buffalo mit den dicken Sohlen. Ich schmunzle jedes Mal, wenn sie getragen werden.

Abschließend kann ich sagen, dass mir die Orthesen mit dem Material aus Leder sehr gut gefallen oder viel mehr den Kindern. Ein weiches Material, das sich gut an die Kinderfüße anpasst, Feuchtigkeit ableitet und dadurch den ganzen Tag tragbar ist.

Orthese – Wikipedia

Damit ihr euch selbst ein Bild von unserem Hersteller für die Orthesen machen könnt, habe ich Herrn Melchior, den Inhaber von Reha OT und Frau Hadler, die Abteilungsleiterin der Kinderorthopädie interviewt. Macht euch selber einen Eindruck!

Herr Melchior im Interview

Wie kam es zu der Gründung von REHA OT?

Im Jahre 2002 kam es zur Gründung durch Harald Melchior & Norman Fittkau, die schon seit vielen Jahren im Lüneburger Orthopädiebereich tätig waren. Zielsetzung ist es, sich in den Fachbereichen Orthopädie und Rehatechnik zu spezialisieren. Mittlerweile zählen wir über 50 Mitarbeiter zu unserem Team.

Warum gerade Kinder ?

Mit Kindern befassen sich zwei Abteilungen in unserem Hause. Das ist uns eine Herzensangelegenheit und das Arbeiten mit Kindern ist das Ehrwürdigste am Beruf eines Orthopädiemechanikers. Wir haben über 30 Jahre Erfahrung in der interdisziplinären Versorgung mit Therapeuten in Bezug auf Kinderversorgungen. Meinen größten Respekt und Achtung widme ich dem Thema Sonderbau. Der Sonderbau ist speziell und absolut individuell und kann häufig nur mit kreativen technischen Ideen verwirklicht werden. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung.

Hilfsmittel: Kinderorthesen von Reha-OT

Wie schaffen Sie es, die Lebensqualität der Menschen zu ermöglichen. Es ist weit ab vom Thema Hilfsmittel, weshalb man eigentlich zu ihnen kommt?

Hilfsmittel sind komplex in ihrer Anwendung an verschiedenen Orten wie Kindergarten, Schule, häuslicher Bereich und Rehaeinrichtungen. Da man den Menschen, die Technik und das soziale Umfeld als Ganzes sehen muss, können wir durch unsere Erfahrung die Lebensqualität und den Mobilitätsradius erhöhen.

Was wünschen sich ihre Kunden am meisten?

Ruhe und Gelassenheit, ein Ziel vor Augen, um den Alltag sicher zu meistern.

Was ist ihr Eindruck, schließlich steckt oft ein Schicksal, Trauer etc. hinter der Fassade des Menschen?

Im täglichen Umgang ist es eine Herausforderung zu erkennen, wie man den Familien nicht nur technisch weiterhelfen kann. In unserem Handwerk muss man behutsam und verständnisvoll mit dem Menschen umgehen. Schließlich sind es auch unsere Kunden, die gewisse Erwartungen mitbringen.

Frau Hadler im Interview

Wie kam es zu Ihrem Beruf?

In der 8. Klasse habe ich nach einem Schulpraktikum im Handwerk gesucht. Bekannte schlugen diesen Beruf vor und ich konnte drei Wochen Praktikum machen. Damals war ich so angetan von dieser breiten Spanne an Materialien und von der Möglichkeit, damit Menschen zu helfen, dass ich Jahre später nach der Schule dann meine Ausbildung anfing.

Was ist so wichtig beim Anfertigen der Orthesen?

Das wichtigste ist nicht zwingend die Fertigung, sondern die vorherige Beratung oder Erhebung. Man muss genau festlegen: was wird benötigt? was wird toleriert? was ist zu kompliziert? Was möchten die Therapeuten? was möchten die Eltern/das Umfeld? was möchte die Schule/Pflegeeinrichtung? und was wäre die beste Versorgung? was möchte man erreichen?

Man muss alles berücksichtigen für gute Orthesen. Erst dann können wir in die Fertigung gehen. Erst dann machen Genauigkeit, Präzision und Sauberkeit Sinn.

Kinderorthesen von Reha-OT

Aus welchem Material sind die Orthesen?

  • verschiedene Kunststoffe (Plattenmaterial und Harze)
  • Polstermaterialien
  • Carbon (wie in Flugzeugen verbaut)
  • Leder in verschiedener Form
  • Gelenke können z.B. aus Titan, Aluminium oder auch Stahl sein4
  • früher wurden sogar komplette Orthesen aus Stahl gebaut und zum Teil aus Holz

Wird hier die Nachhaltigkeit berücksichtigt?

Es gibt gesetzliche Vorschriften für den Einsatz der Materialien, an die wir uns halten. Die Lieferung und der Verbrauch muss genauestens protokolliert werden. Ansonsten gilt genaue Mülltrennung und sparsamer Verbrauch. Bei der Fertigung entstehender Staub oder Dämpfe werden abgesaugt und gefiltert.

Hatten Sie Berührungsängste bei den Kindern und was ist Ihr Eindruck von den Kindern?

Es ist gerade wichtig, keine Ängste zu haben. Gerade für die Kinder ist ihr eigener Zustand ganz normal. Da ist es oftmals wesentlich komplizierter, deren Eltern das klar zu machen. Mitleid oder ähnliches hilft keinem weiter!

Theorie und Praxis sind ja bekanntlich zwei verschiedene Paar Schuhe. Wo finden Sie das Mittelmaß?

Bei einer genauen Beurteilung und im Gespräch. Es bringt niemanden etwas, wenn wir ein Kind mit Hightech-Gelenken versorgen und am Ende das Kind überversorgt ist und keiner damit umgehen kann. Da müssen immer Orthesenversorungsmöglichkeiten, Arztansprüche, Ziele der Therapeuten und natürlich die Praxistauglichkeit zu Hause bei den Eltern abgewägt werden. Prinzipiell wollen wir das Beste für die Kinder, aber es muss für alle handlich und machbar sein.

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