Richtlinien mit Folgen

Schule, Inklusion

In dem Schreiben vom Landkreis heißt es:

„Hierfür wird grundsätzlich vorab in der Klasse Ihres Kindes Im Unterricht hospitiert. Der genaue Hilfebedarf des Schülers wird dadurch erfasst. Der Termin kann erst stattfinden, wenn die Schule nach den Sommerferien den Schulbetrieb wieder aufgenommen hat und ihr Kind dort in der Klasse eingeschult worden ist.“ Zitat Ende  😕

Wenn dann die Hospitation erfolgte und wir die Kostenübernahme haben, könnte man sich auf die Suche nach einem geeigneten Schulbegleiter machen. Und das die erstmal gefunden werden müssen, ist fernab von jeglicher Realität. Im schlimmsten Falle wird mein Kind eingeschult und muss dann aber erstmal 6 Wochen zu Hause bleiben, bis die Formalitäten geklärt sind. Das eigentliche Problem ist aber, dass mein Kind komplett auf Hilfe oder Unterstützung angewiesen ist. Die Sachlage ist also klar definiert. Ich finde, dass es meinem Kind unzumutbar gemacht wird, diese o.g. Richtlinien einzuhalten und durchzuführen. Warum wird hier wieder eine Zweiklassengesellschaft geschaffen?

Warum kann man nicht vorab die Sachlage klären und als Bundesland positiv zum großen  Thema Inklusion Taten sprechen lassen. Das interessante ist auch immer, dass jede Behörde mit der ich mich telefonisch zum Thema Schulbegleiter unterhalten habe,  meine Situation genauso sieht wie ich, es in der Praxis aber nicht umsetzbar ist. Es wäre mal an der Zeit umzudenken oder individuell zu entscheiden. 😕 Ich habe mir natürlich die Finger wund telefoniert, um irgendwas zu bewegen. Nur weil jemand  etwas sagt, heißt es noch lange nicht „ok werde ich“. Ich kämpfe nur für mein Kind. Es ist mir von großer Bedeutung, ihm einen neuen Lebensabschnitt mit Verantwortung  zu ermöglichen. Er freut sich so sehr auf die Schule und diese Freude möchte ich ihm nicht nehmen. Ich möchte nicht das Unmögliche möglich machen, sondern einfach nur Gerechtigkeit den kleinen Menschenwesen gegenüber. Der aktuelle Stand ist zur Zeit das in diesem Monat die Stellungnahme vom Gesundheitsamt erfolgen wird.

Wie war es bei Euch? Was könnt ihr über eure Erfahrungen berichten?

1 Kommentare

  1. ABCvolldabei

    Sehr geehrte Frau Hansen,
    eine schöne Seite haben Sie. Ich habe eben davon im Wochenblatt Elbe& Geest gelesen.
    Die Richtlinie des Landkreises (bei uns Landkreis Harburg) ist organisatorisch Unsinn, da damit absehbar das Kind im schlechtesten Fall ein Schuljahr und auf jeden Fall seine Motivation verliert. Dabei gehe ich davon aus, daß ein besonderer Bedarf deutlich erkennbar ist. Es mag auch Konstellationen geben, wo das nicht so deutlich ist und eine Hospitation zu Schuljahresbeginn Sinn macht (z.B. wenn es um Aufmerksamkeitsfähigkeit geht. Immerhin sind die Entwicklungsunterschiede zu Beginn der Schule bei bis zu 2 Jahren Unterschied, in der normalen Streuung).
    Wir haben den schriftlichen Antrag recht früh (vor den Einschulungsuntersuchungen) gestellt und bereits vorher einen Leistungsanbieter für die Schulbegleitung beauftragt, der uns auch in der Vorbereitung unterstützt (z.B. Lebenshilfe).
    Die Schulbehörde, die für Kinder z.B. mit körperlich-motorischen Einschränkungen (zusätzlich zur Eingliederungshilfe/ Schulbegleiter) den schulischen Hilfebedarf feststellen muss, hat eine Begutachtung recht früh im 1. Quartal abgeschlossen. Der Kindergarten hatte den Kontakt hergestellt. Die Schulbehörde war sehr hilfreich und kompetent. Zuständig ist der mobile Dienst. Auch die Schulleitung sollte so früh wie möglich einbezogen werden.
    Wenn sowieso klar ist, daß das Kind eine Schulbegleitung/Eingliederungshilfe braucht, sollte man bereits vor Beginn der Schule, einen Leistungserbringer beauftragen und diesen um formale Unterstützung bitten. In der Regel haben die Leistungserbringer Erfahrung damit. Daß man gegebenenfalls das Geld nicht selbst zahlen kann, wie das (fast) alle Eltern nicht können, sollte man dabei offen legen. Immerhin müssen Stellenanzeigen rechtzeitig geschaltet werden, sonst findet der Leistungserbringer zu Schuljahresbeginn keine/n Mitarbeiter/in.
    Wenn dann keine Bewilligung vorliegt, kann man in der Sache mit der Schulbegleitung starten und im schlechtesten Fall, ein gerichtliches Eilverfahren wegen der Kostenübernahme der Eingliederungshilfe kurz vor Schulbeginn einleiten. (Rechtschutzversicherung vorher abschließen oder Mitgliedschaft im Sozialverband Deutschland oder VdK, letzteres geht auch bei laufendem Verfahren).
    Ich finde es richtig, daß – bei Bedarf des Kindes – eine Schulbegleitung ab dem ersten Tag in der Schule zur Verfügung steht.
    Das ist auch für die Lehrer/innen wichtig, denn meiner Ansicht nach verlangt die Inklusion den Schulen und Lehrer/innen sehr viel ab. Zwar sind die Lehrerbelange nicht der Maßstab für den Bedarf des Kindes, aber die Klasse, der/die Lehrer/in und die Kinder müssen ja alle miteinander klarkommen und ein/e Lehrer/in kann -jedenfalls nicht ständig – zusätzlich zum normalen Unterricht Hilfsmittel bedienen. Schließlich muß er/sie sich um alle Kinder kümmern.
    Viel Erfolg ! Mit freundlichen Grüßen

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